04.03.2013

Meltdown Madness
Ja, ich habe sie durchquert, die Rocklava- Wüste Nordkenias – im Bus.
Meltdown Madness heißt der Abschnitt von Addis Abeba nach Nairobi. Furchteinflößend ist das auf jeden Fall. Wo ist da der Siedepunkt, bei dem alles schmilzt? Am 25.02. vom Riverbed-Camp nach Yabello ist für manchen schon der Siedepunkt erreicht. Claire hat mir eine Schokolade geschenkt, zusammen mit einer Karte, worauf sie sich bedankt, dass ich ihr beigestanden habe, in ‚the worst day in my life.‘ Auch der Weißbrot- Marco nennt diese Etappe die schlimmste seit er Rad fährt. Ich sitze an diesem Tag fast 10 Stunden im Sattel und erreiche das Camp erst gegen 18 Uhr. Solange war ich noch nie unterwegs. Beifall braust auf, als ich ankomme, wohl für eine Energieleistung.

Die beiden letzten Tage in Äthiopien sind recht easy. Schon kurz nach 12:00 Uhr sind wir in der Grenzstadt Moyale, wo uns die Äthiopier doch noch einen Streich spielen. Sie schließen nämlich ihr Ausreisebüro von 12-14 Uhr. Diese Zeit hängen wir in einer Kneipe rum.

Problemlose Einreise nach Kenia mit Digitalisierung der Fingerabdrücke und kurze Zeit später sitze ich im Knast. Freiwillig und mit Hingabe. Unser Camp ist nämlich in einer Polizeistation und den Knast haben sie zu einer Bar mit Wild-Life-Charakter ausgebaut. Sie haben sogar Guiness-Bier hier und zum Schluss esse ich eine Art Grützwurst vom Grill.

Wahlen und Wegelagerer

Bei den Ridermeetings ändert sich der Marschbefehl jeden Tag. Zunächst wollen wir noch 3 Etappen in Kenia fahren (darunter die Lavarock-Etappen); dann werden die gestrichen und wir fahren nur eine einzige für längere Zeit, nämlich am 01.03..
Begründet wird dies mit zu befürchtenden Unruhen nach den Wahlen, die am Montag stattfinden. Mein Eindruck ist jedoch ein anderer. Es ist bekannt, dass es in Nordkenia vagabundierende Banden gibt und die Region als solche einfach unsicher ist. Bei der Offroad-Tour zeigt die Polizei an allen möglichen und unmöglichen Stellen Präsenz.
Heute der Bustransfer nach Marsabit – auch Offroad. 170 km in 8 Stunden. Schon morgens um halb sieben sitzen wir im Bus und warten……, bis um 8:00 Uhr ein bis unter die Zähne bewaffneter Typ zusteigt. Er soll uns schützen.

Morgen geht es über 350 km mit dem Bus weiter nach Nanyuki, was am Fuße des Mount Kenia liegen soll. Dort haben wir dann 4 Tage frei, bevor es nach Nairobi weitergeht. Ich finde diese Tage unverhoffter Pause gut und ich kann mich mal erholen.

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2 Antworten zu 04.03.2013

  1. Kuddi schreibt:

    Hallo Kurt,
    das, was Du erlebst kann ich mir nur sehr schwer vorstellen…
    Ich denke, so wird es vielen Lesern gehen.
    Weiterhin viel Glück und Gesundheit für Dich.
    Kuddi

  2. sabine vieres schreibt:

    Lieber Kurt,
    ein Glück, dass ihr gut beschützt werdet und mit dem Bus fahrt. Gerade erzählen sie in den Nachrichten von den Wahlen in Kenia…..Vor 5 Jahren gab es zu dieser Gelegenheit sehr große Unruhen, dei denen 1000 Menschen gestorben sind und 3000 vertrieben wurden!!! Diese Wahl soll angeblich recht friedlich verlaufen sein (die Wahlbüros wurden wie ihr von schwerbewaffneten Männern bewacht), bisher gab es lediglich einige Ausschreitungen. Die Stimmen werden bis Mittwoch ausgezählt.
    Als ich in deinem Text „Bus“ las, dachte ich an einen Einbruch/Krise ……….aber du bist stark! Noch immer, alle Achtung! Jacky hatte ganz recht neulich, wir bewundern dich!! Genieße die Pause und erhole dich gründlich, damit du wieder fit wirst.
    Lass dich ganz doll drücken
    Sabine

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