Nachtrag Kenia 07.03.2013

Ich möchte weiter in lockerer Reihenfolge über den einen und anderen Mitradler berichten.

Steffen Vogt…
kommt aus Höxter und war dort Schüler von Sibille am KWG. Vor der Tour war er der einzige Teilnehmer, zu dem ich Kontakt hatte. Er hingegen- wie unter den Youngstern üblich – ist unglaublich gut vernetzt und tauscht sich schon vor dem Start über zahlreiche Dinge aus. Als ich in Kairo im Hotel eintreffe, sitzen da 10 Jüngere zusammen und fachsimpeln. Ich fühle mich eher wie ein lonesome rider. Steffen ist ein sehr guter Mountainbiker und macht auch auf der Straße ordentlich Dampf, wo ich nur kurzfristig mithalten kann. In Gonder klagt Steffen das erste Mal über Magen-Darm-Probleme, glaubt sie dann schon überwunden, bevor ich ihn dann einige Tage später zusammengekrümmt und mit Krämpfen kämpfend am Straßenrand liegen sehe. Es geht nicht mehr weiter und er muss abgeholt werden. Claire kümmert sich in dieser Zeit aufopfernd um ihn.
Inzwischen ist er lange wieder genesen und man hört sein Markenzeichen, seine mitreißende Lache, wieder durch das Camp erschallen.

P.S. Als meine Kamera den Geist aufgibt, hilft mir Steffen mit seiner Ersatzkamera – immerhin einer Sony Ixus- aus der Patsche und ich kann weiterhin draufhalten.

Claire ….
führten wir eine Miss-Wahl TdA 2013 durch, so bräuchten wir die Stimmen gar nicht auszuzählen, denn Claire stünde schon vorher als Siegerin fest. Was mir jedoch am meisten imponiert, ist ihre ungeheure Charakterstärke. Sie klagt nie und ist immer positiv. Bei ihrem Sturz auf der Horroretappe nach Yabello bin ich zufällig in ihrer Nähe. Mit blutender Wunde und zerborstenem I-Phone beißt sie auf die Zähne und fährt weiter. Sie spricht davon, dass sie ein ’stupid little girl‘ sei. Ich baue sie wieder auf und am Abend sage ich ihr: ‚If you were my daughter, I would be very proud of you‘. Sie hat sich- glaube ich- sehr darüber gefreut. Claire ist mit ihren 24 Jahren schon fertige Juristin.

Die Pizza-Connection
Den Weißbrot-Marco (Pane bianco) habe ich schon umgetauft in Bracio-Nero (Schwarzarm), da der Gute seine Sonnencreme wohl in Italien vergessen hat und schon nach wenigen Tagen mit verbrannten Armen herumläuft. Er hat das wohl allen Italienern in die Wiege gelegte schauspielerische Talent. Wenn er nachmittags ins Camp einfährt, kann man jeden Kilometer der Etappe von seiner Mimik ablesen. Der Latin-Lover kommt in ihm hoch, als er im Konvoi nach Addis eine kaffeebraune Schönheit bei den local ridern ausmacht. Er ist dermaßen in sie vertieft, dass er auf der Ringroad beinahe einen Auffahrunfall verursacht.

marco

Italo Mazza
ist wie ein Vater zu Marco und muss jeden Mist von Marco wieder ausbügeln. (So flickt er ihm immer seine Plattfüße). Italo ist der wohl am besten Organisierte von allen. Er denkt an alles und hat für alle Fälle vorgesorgt. Er ist Bergsteiger und auch auf dem Fahrrad topfit. Er erzeugt seine Energie mit einem Sonnenpaneel und ist kommunikationstechnisch auf dem letzten Stand. Solche Italos gibt es also auch.

italo

Noch zu erwähnen ist Dario.
Er ist Fahrraddesigner für die Marke Cinelli und er taucht in Addis als Testfahrer für sein Tourenrad auf. Er fährt einige Offroad-Etappen mit, wird dann krank und fliegt wieder nach Hause. Sein Fahrrad lässt er zu Testzwecken zurück. In Namibia kommt er wieder zurück und testet weiter. Mir ist solch ein Seitensprung zu riskant und ich bleibe meinem etwas zu schweren aber sehr zuverlässigen Tout Terrain treu. Wenn ich EFI bekomme, dann nur mit ihm.

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3 Antworten zu Nachtrag Kenia 07.03.2013

  1. Dennis K. schreibt:

    Also, wenn mein großer Inspirator Hardy sich schon festlegt, Du machst Deine Sache ausgezeichnet, das Gröbste habt Ihr bereits hinter Euch, teile Deine Kräfte im südlichen Tansania gut ein, die Etappe nach Mbeya ist hart – es sei denn, die Chinesen waren wieder fleissig… ich drücke Dir auf jeden Fall ganz doll die Daumen !! 🙂

  2. Hardy schreibt:

    Hallo Kurt;
    freu mich deine Seite dank Dennis gefunden zu haben und so dich und die TDA 2013 auf eurem Weg verfolgen zu können. Ich war 2010 mit dabei und mit jedem deiner lebendigen Berichte tauchen bei mir natürlich heftigste Erinnerungen auf. Danke dafür!
    Dir und euch allen wünsch ich alles alles Gute und -glaub mir- dein Rad ist wie geschaffen für den EFI; ich war ähnlcih unterwegs wie du. Ich drück dir die Daumen und freu mich schon kolossal auf deine nächsten Einträge. Take care und good luck!
    Gruß
    Hardy

  3. Birgit Dewenter schreibt:

    Lieber Kurt,
    deine Reiseberichte sind so spannend und die Bilder echt schön. Wir sind auch total beeindruckt, wie du es schaffst neben den teils heftigen Strapazen uns an deiner Tour so lebendig teilhaben zu lassen. Die Geschichten über deine Mitradler finden wir ebenfalls richtig gut. Weiterhin eine gute und unfallfreie Fahrt, in Gedanken radeln wir immer schön mit und
    herzliche Grüße aus der kalten Heimat (ab morgen wieder Minustemperaturen) senden dir Franz und Birgit.

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