Erinnerungen und Gegenwärtiges 10.03.2013

Äthiopien Eloge

Mir wird die hügelige, sanft geschwungene Landschaft in Erinnerung bleiben. Eher so wie das Weserbergland oder die Voralpenlandschaft als die Wüstenlandschaft des Sudan. Das angenehme Klima in der Höhenlage (wir fahren meist zwischen 1800- 2500Metern) macht die Mittagshitze erträglich. Dann die Freundlichkeit der Leute und ihr Interesse an uns: Bei den Ortsdurchfahrten gibt es oft einen wahren Sturm der Begeisterung. Die beinahe durchgängig auftretende Erscheinung der Steine werfenden Kinder ist sicherlich ein Minuspunkt. Schwer zu sagen, ob es mangelnde Erziehung ist oder die Enttäuschung über unsere durchgehende Weigerung, ihnen ‚money‘ oder ‚Birrh‘ zukommen zu lassen. Positiv auch die friedliche Koexistenz der beiden (anscheinend) gleichberechtigten Religionen : Islam und Christentum.
Eigentlich ein tolles Land trotz unserer grenzwertigen Erfahrungen.

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Wie geht’s weiter?

Mit dem gestrigen Tag bin ich seit 8 Wochen auf Reisen, knapp die Hälfte. Endlich wird mal wieder geradelt. Von Nanyuki in ein Wildnis-Camp. Sehr schön gelegene Anlage (sie erinnert mich an Hofgut Stammen in Trendelburg) an einem Fluss mit Kanuangeboten im Wildwasser und Mountainbike-Touren, die jedoch ausschließlich von britischen Berufssoldaten genutzt werden.

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Heute, nach dem Frühstück um 7 Uhr, sind wir bereit für die 107km Etappe nach Nairobi mit Konvoi am Ende. Doch dazu kommt es nicht. Ciaran (Kirän gesprochen), unser first leader, sagt uns, dass das offizielle Wahlergebnis bekannt gegeben wurde und daraufhin sogleich Demonstrationen und Unruhen in und um Nairobi ausgebrochen sind.
Zu gefährlich, um mit dem Radel in die kenianische Hauptstadt einzufahren. Wir werden jetzt mit 2 gecharterten Bussen in unser Camp in der Nähe von Nairobi gebracht. Dort soll es sicher sein. Dass wir nicht gleich außer Landes nach Arusha (Tansania) gebracht werden, liegt wohl daran, dass 18 neue Fahrer in Nairobi dazukommen und 2 aussteigen. Gerne hätten wir auch in Kenia ‚every fabulous inch‘ abgestrampelt, denn es ist sehr schön hier. Doch dies hier nennt man dann ‚höhere Gewalt‘ und es ist beruhigend zu sehen, dass die Tourleitung unsere Sicherheit ernst nimmt.

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Nairobi

Der Bus, der uns nach Nairobi bringt, ist ein Laster mit aufmontierten Sitzreihen und dient sonst für Safariausflüge. Ich genieße die luftige Fahrt und sehe in der Nähe Nairobis friedlich demonstrierende Bürger, die uns freundlich zuwinken. Mitten in der Stadt geht unserem Gefährt die Puste aus und wir rollen mit Müh und Not auf eine Tankstelle, wo wir eine Weile auf ein Ersatzfahrzeug warten.
Unser Camp liegt ganz in der Nähe eines Supermarkts, der eher die Ausmaße einer amerikanischen Shopping-Mall hat. Wir geraten in Verzückung ob der Auswahl und der ungewohnten Sauberkeit. Mexikanisch, Indisch, Chinesisch, Italienisch kann man hier essen. Doch was essen alle, die ich hier treffe: Hamburger oder Pizza! Ich esse Indisch. Manche, erfahre ich später, haben doch noch Sinn für Esskultur. Sie fahren mit dem Taxi in ein Spezialitätenresto: Carnivore, wo man Krokodil-, Antilopen- und Straußenfleisch serviert. All u can eat.
Am Abend treffe ich auf viele rotgekleidete Menschen. Das sind keine Fans des 1.FC Köln, sondern das ist die Farbe des mit 53% siegreichen Kenyata. Alles scheint friedlich zu bleiben. Ich höre von keinen Gegendemonstrationen.

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Eine Antwort zu Erinnerungen und Gegenwärtiges 10.03.2013

  1. Nico Karimi schreibt:

    Lieber Kurt,

    ,,Kurt hat wieder geschrieben“, das sind die entscheidenden Wörter, die uns binnen 2 Minuten
    alle gemeinsam an den Laptop bringen. Nico liest uns dann, voller Hingabe, deine neusten
    Erlebnisse und Berichte vor, die so identisch geschrieben sind, das wir oft denken, ebenfalls
    dabei gewesen zu sein.
    Wir freuen uns, dass es dir gut geht und du eine so erfahrungsreiche, wenn auch anstrengende,
    Tour machst. Wir werden dich weiter begleiten, bis ins schöne Cape Town.

    Mama und Papa lassen dir auch liebe Grüße und gutes Durchhaltevermögen ausrichten.

    Muchos abrazos,
    Anja, Daryoush, Timo und Nico

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