31.03.2013 Malawi 2

Donnerstag, 28.03.
59. Etappe: Chitimba-Beach- Mzuzu; 135 km, 1650 HM

Am Vorabend nehmen wir Abschied von einem Ort, wo man durchaus auch einen schönen Urlaub verbringen könnte. Wir gehen ins Dorf und essen Fisch, unter eher rudimentären Umständen. Trotzdem lecker. Auf dem Nachhauseweg laufen etliche Kleine neben uns her. Einer, vielleicht 5 Jahre alt, ergreift meine Hand und sagt: ‚My name is Thomas. I’ve no father and no mother.‘ Was jetzt? Soll ich den nun adoptieren?
Die Nacht hält Dauerregen bereit, der auch am Morgen nicht nachlässt. Viele steigen in den Truck. Nach 15 Minuten bin ich klatschnass. Am Ende des Malawisees gibt’s ’ne Dauersteigung, wobei man am besten auf stand-by schaltet. Die anderen haben einen Time-Trail von über 20 km und hetzen sich ab. In Mzuzu warten die Annehmlichkeiten eines Hotels. Aber die meisten müssen ja ihr Zelt trocknen. Nicht mal Internet haben die hier!

Am nächsten Morgen tropft das Zelt wieder. Vom Regen? Vom Tau? Egal! Weiter geht’s.

Freitag,29.03.
60. Etappe: Mzuzu – Luviri School; 107 km, 1966HM!

Das bedeutet immerhin den zweithöchsten Anstieg der gesamten Tour. Trotzdem halte ich an und schieße Fotos. Eins davon wollte ich euch vorhalten und raten lassen, ob es in Afrika oder im Sauerland aufgenommen wurde. Viel Holz, viel ‚Holzindustrie‘. Die Arbeiter -ich unterhalte mich mit einem- leben in Hütten, die wir früher als kleine Jungen im Wald gebaut haben. Zumindest in der Saison leben sie hier. Aus dem Kirchengebäude neben Luvirischool ertönen Choralklänge. Ach, ja! Wir haben Karfreitag! Es wird getanzt und Susanne wird aufgefordert, mitzutanzen.

Samstag, 30.03.
61. Etappe: Luviri School – Kasunga Inn; 107 km, 486 HM

Cokestop 2Schon am Mittag erreiche ich das Ziel. Toller Garten zum Bierchen trinken. Viele beurteilen ein Etappenziel nicht nach Lage, Komfort oder Biervorrat, sondern danach, ob es WIFI, Hotspot oder wie auch immer gibt. Oft hat es einen, jedoch reicht die Stärke nicht aus. Hier kann ich empfangen aber nicht senden. Die Nacht gestaltet sich schwierig: Vom Abend bis zum frühen Morgen schwappen Gesang und Musikklänge in mein Zelt. Hier wird Ostern noch gefeiert.

Sonntag,31.03.
62. Etappe:Kasunga Inn – Lilongwe; 131 km, 908 HM

Zwei Tage frei sind Ansporn genug, mich zu beeilen, jedoch ist es wieder viel Kletterei und der Popo schmerzt. Irgendwie klappt es nicht damit, mir eine Lederhaut an besagter Stelle zuzulegen. Jetzt, wo nicht mehr Hubert an meiner Seite radelt, ist es oft Roger, ein weiterer Schweizer. Zufall. Ich bin überrascht, wie viele Emails es im Land der Eidgenossen gibt. Auch sein Akzent ist vom allerfeinsten. Roger ist pensionierter Deutsch- und Französischlehrer und aktiver Lokalpolitiker.

Wenn er mir widerspricht, hat sein ‚abrrrrrrr‘ einen Klang, der keinen weiteren Widerspruch zulässt.

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