12.04.2013 Weitere Ereignisse

Was sonst noch alles passiert ist

  • Schon seit Kenia fahren wir auf der linken Seite und das bleibt auch so bis Kapstadt.
  • Allerorten ist der Einfluss der Engländer deutlich zu erkennen: In Äthiopien hatte ich meinen letzten Kaffee-Stopp. Hier gibt’s nur löslichen Kaffee, bestenfalls Tee und zum Frühstück gibt’s nur noch Toastbrotpappe. Auch der Küchenchef John kündigt an, dass wir uns auf ‚restrictions‘ einzustellen haben, die mit der schwierigeren ‚food‘-Beschaffung zu tun haben. Ich freue mich schon auf die leckeren Brötchen von Feldhaus.
  • Sandy ist zurück. Ihr wisst schon: das ist die ältere Dame in Samtpumps, die zu ihrem von der Leiter gestürzten Ehemann nach Kanada zurückgekehrt ist. Ich hielt dies für einen eleganten Abgang. Sie sagt: Ganz sei ihr Mann noch nicht genesen; doch sie hat ihn einfach für gesund erklärt. So kann ich mich in den Menschen irren.
  • Hubert hat nach wie vor seine Fangemeinde, die auch nach seinem traurigen Abschied nicht kleiner geworden ist. Es geht ihm gut – trotz 3-maligem Beckenbruchs und 12 gebrochenen Rippen. Er hat am Aegeri See seine Reha angetreten und fliegt nach 2 Wochen nach Washington zurück. Dort lebt er und arbeitet in der Schweizer Botschaft. Weiterhin: Gute Besserung, Hubert!
  • Ich vergaß zu erwähnen, dass Stig, ein Nord-Norweger in einer schlammigen Offroad-Passage in Tansania vom Fahrrad gestürzt ist: Schlüsselbeinbruch – er fliegt nach Hause – nach 2 Wochen ist er zurück – und fährt weiter als sei nichts gewesen.
  • Die Belgierin Caroline hat nach ihrem Unterarmbruch 4 Wochen ausgesetzt. Sie ist – selbst Lehrerin – zunächst in Arusha zur Schule gegangen und hat Kiswaheli gelernt. Dann hat sie Urlaub gemacht und ist inzwischen auch wieder dabei. Sie hat jedoch noch Schmerzen.
  • Für Jan Thygusen, den netten Kanadier mit der schweren Zunge, ist die Fahrt jedoch zu Ende. Bei der Ausfahrt aus Lusaka, als auch mich ein Pickup streifte, kam ihm ein Geisterfahrer auf dem Fahrrad entgegen, dem er nicht mehr ausweichen konnte. Nach dem Crash sieht er verwirrt aus und gibt auch nur verwirrte Antworten auf einfache Fragen. Diagnose: Schlüsselbeinbruch. Er hat sich schriftlich von uns verabschiedet.

EFI – eine kapriziöse Kurtisane

Alle möchten gerne EFI haben und am Ende die Medaille in die Höhe halten. Doch der Weg ist weit und die Gefahren warten in jedem Schlagloch, mit jedem unvorsichtigen Moment und mit jeder Reifenpanne an einem langen Fahrtag. Auch die 3 zuletzt erwähnten Fahrer waren auf EFI-Kurs – und plötzlich ist alles vorbei.

Von den 51 in Kairo gestarteten ‚full tour ridern‘ sind nur noch 18 EFIs übriggeblieben. (Zahlen sind aus 2. Hand – keine Garantie)

Und es sind noch über 3.000 KM bis Kapstadt.

Nicht nur die Revolution frisst ihre Kinder, sondern auch die Tour d’Afrique.

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3 Antworten zu 12.04.2013 Weitere Ereignisse

  1. Jacky LE ROY schreibt:

    Hello Kurt l’Africain,
    Tu vas bientôt arriver au bout de la terre du Sud
    tu ne pourras pas aller plus loin !
    Comment ça fait d’avoir la tête en bas !
    Dis bonjour à Mandela de notre part si tu le vois sur son balcon.
    On t’attend pour écouter tes histoires autour d’une bonne bière bien fraiche.
    Bisous de nous tous

  2. Lina J. schreibt:

    Hallöchen Kurti,

    Deine Berichte sind unglaublich! Einfach toll!!!
    Heute Abend spiele ich mit Tim Badminton. Ich bin so gespannt auf seine Erzählungen.

    Sei umarmt!
    Lina

  3. Walter Jakobs schreibt:

    Lieber Kurt,

    als Du mir das erste Mal von Deinem geplanten Trip quer durch Afrika erzählt hast, hab ich geglaubt, Du machst Scherze. Wahnsinn, dachte ich. In unserem Alter ist das schlicht nicht zu schaffen. Bei glühender Hitze schwierige Bergtappen zu meistern oder während der Regenzeit sich auf unbefestigten Straßen durch den Schlamm zu kämpfen, das schien mir allenfalls etwas für harte Radprofis zu sein, nichts für „Normalos“. Zumal ich mich an einige Strecken und Stationen Eurer Tour in Kenia, Tansania, Malawi und Zambia noch erinnerte. Vor 40 Jahren war das! Mit dem Bus oder als Tramper sind wir damals gereist. Wir fanden schon das abenteuerlich! Was für ein Irrtum angesichts dessen, was Du gerade erlebst. Mir fehlen die Worte. Nichts scheint dich umhauen zu können. Du klingst immer optimistisch, nicht eine Spur von Verdruß spüre ich in Deinen tollen Reportagen – ganz gleich wie schwierig der Tag auch war.
    Afrika, der Kontinent, der in den Nachrichtensendungen nur noch als Ort der Katastrophen vorkommt, erscheint durch Deine Berichte und Bilder in einem ganz anderen Licht. Das ist für mich das tollste an Deinem/Euren Trip. Großartig!
    Mein Lieber Kurt, pass weiter gut auf Dich auf. Du zeigst uns allen, was möglich ist, wenn wir mit Ausdauer, Kompetenz und Leidenschaft die Dinge angehen, die uns wirklich wichtig sind.

    Ich freue mich auf unser Wiedersehen und den Austausch über Deinen grandiosen Trip. Bis dahin verfolge ich weiter Deine spannenden Berichte im Netz.

    Alles Gute und ganz liebe Grüße von Opa Walter

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