19.04.2013 Obstarten und elefantöse Hindernisse

Figurprobleme

Haben wir die wirklich? Bei dieser Tour, die uns in vielerlei Hinsicht an Grenzen führt, sollten wir andere Probleme haben als die eitle Beschäftigung mit der Figur. Doch weit gefehlt. Figurprobleme werden echt diskutiert, vor allem von der femininen Seite. Anstatt glücklich zu sein über den Gewichtsverlust, wird die Verschiebung von einer Apfel- zu einer Birnenfigur beklagt. Was das ist? Die Ärmchen sind abgemagert, die Heldenbrust mutierte zu einer Hühnerbrust. Von den Frauen wird das Schrumpfen des Busens als Katastrophe empfunden, da letzterer bei den Radlerinnen ohnehin nur mäßig vorhanden ist. Statt dessen bilden sich die unteren Extremitäten mit jedem Tag stärker heraus. Bei einer sportanatomischen Messung könnte man ohne weiteres das Absinken des Körperschwerpunktes um einige Zentimeter feststellen. Von daher Birne. Natürlich erreichen wir nicht die Idealform von unserer Altkanzlerbirne, bevor sie zu ihrer jährlichen Fastenkur an den Wolfgangsee aufbrach.

P.S. Vor meinem Helikopterflug wurde ich gewogen und konnte zufrieden einen Gewichtsverlust von 4 kg konstatieren. Dabei ist mir die Obstart ziemlich schnuppe.

 Elephant Highway

 …heißt der neue Tourabschnitt von Livingstone nach Windhuk und führt über 1541 km hauptsächlich durch Botswana. Irgendwie hat sich herumgesprochen, dass es flach und öde werden würde. Immerhin haben uns bei den Viktoriafällen 12 Leute verlassen und kein einziger ist hinzugekommen.

IMG_9250_800x600Der Verlust der echten Exotik Afrikas hat schon südlich des Äquators eingesetzt. Tansania und Malawi waren von der Landschaft her die bisherigen Höhepunkte. Kathi und Tim konnten in Sambia noch die begeisterungsfähigen Menschen entlang der Straße erleben. Ab Lusaka ist es deutlich ruhiger und Botswana wirkt beinahe ausgestorben. ( Jemand sagt, Botswana habe unter 2 Millionen Einwohner und eine Aidsquote von 80%. Klingt eher unwahrscheinlich).

Also düsen hier die Elefanten über die Autobahn? Auch das stimmt nicht ganz. Sie queren sie an einigen Stellen – aber das spektakulär. Denn die Straße ist vollgesch…und gepink…von ihren Exkrementen (O.K: der Fachausdruck heißt ‚Losung‘). Volker, der Jäger ist, sagt, die Straße ist der einzige Ort, an dem sie nichts zum Fressen finden und vor lauter Langerweile entleeren sie sich hier. Ihr solltet mal die enormen Haufen sehen. Die können einen Radfahrer zum Straucheln bringen.

065

 Sonntag, 14.04. von Livingstone nach Kasane 81KM

Bei km 71 erreichen wir den Sambesi und übersetzen auf einer Fähre. Auf der anderen Seite ist schon Botswana. Erstmals zahle ich kein Geld fürs Visum.

Es beginnt gar nicht langweilig. Schon nach wenigen Kilometern stehen viele junge Männer um einen Baum herum und starren nach oben. ‚A snake, a snake‘ rufen sie.
IMG_9226_800x600Ich parke meinen Drahtesel und starre auch nach oben. Alle wollen mir die Schlange zeigen, doch ich kann sie im Geäst zunächst nicht ausmachen. Für mich ist nicht die Schlange gefährlich, sondern die zurückprallenden Steingeschosse, die sie mit Zwillen (Steinschleudern) abfeuern. Als die Schlange getroffen wird, lässt sie sich herunterfallen und will sich davonschlängeln. Doch sie hat keine Chance, da sie die Jungen mit tödlichen Stockhieben weiter traktieren.
Als sie ganz sicher sind, dass die Schlange tot ist, hält sie einer hoch und hängt sie dann an einen Pfahl, wo schon eine andere tote, die gestern das Zeitliche gesegnet hat, baumelt. ‚For sale‘ steht da geschrieben.

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2 Antworten zu 19.04.2013 Obstarten und elefantöse Hindernisse

  1. Kuddi schreibt:

    Hallo Kurt,
    gestern warst Du in der Beverunger Rundschau nicht zu übersehen !
    Ich wünsche Dir, dass Du für die noch vor Dir liegende Zeit genug Kraft und Ehrgeiz aufbringst und Du auch weiter die Zeit in Afrika genießen kannst.
    Eine gesunde Rückkehr wünsche ich Dir.
    Kuddi

  2. Eckhard Sundermann schreibt:

    Lieber Kurt,
    seit Deinem Start lese ich in größeren Abständen Deine faszinierenden Bericht und bin extrem beeindruckt – nicht zuletzt von Deiner grandiosen Leistung ( da kann ich auch verschmerzen, dass Du dieses Jahr nicht als Tennisspieler in Oostkapelle zur Verfügung standest)! Bei Deinem heutigen Bericht aus Kasane werde ich ganz sehnsuchtsvoll, war ich doch vor einigen Jahren dort und im wundervollen Okawangodelta. Good Luck weiterhin und kam heile an.
    Eckhard Sundermann ( Grüße auch von Ulrike)

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