25.04.2013 Gastkommentar von Tim

Tims Gastkommentar

Mit reichlich Verspätung möchte ich nun auch noch meinen kurzen Eindruck von der Tour d’Afrique im Allgemeinen und der Zambezi-Zone im Speziellen zum Besten geben.
Dem Vorbild meines neuen Blogger-Idols folgend, reiße ich nur kurz einige Themenbereiche an und versuche gar nicht erst, den Anspruch auf Vollständigkeit oder chronologische Genauigkeit zu erheben.

Auf dem Velo

Die Anfeuerungsrufe der Kinder erinnern mich an die Motivationsspritzen der Sambagruppe beim Höxteraner Altstadtlauf oder die Kölschen Lieder beim Bickendorfer Büdchenlauf. Aber die Intensität der unzähligen Kinderrufe „How are you“ oder „Mzungu“ (Weißer) motiviert mich vor allem an den ersten Tagen ungemein beim Radeln.
Die letzten Tage vor den Vic-falls führen uns durch eher menschenleere Landstriche, so dass man jetzt ohne externe Anfeuerung auskommen und bei 44° C in der Sonne die Zähne deutlich mehr zusammen beißen muss.
Bei der Bergetappe mit 1.600 HM am vierten Tage hänge ich mich vormittags an den Hinterreifen vom Tourältesten Volker (70 und ehemaliger Triathlon-Weltmeister). Auch wenn ich deutlich Mühe habe, bei den Steigungen mitzuhalten, lohnt es sich, da er mir als absolutem Velo-Novizen wertvolle Tipps gibt.
Nach dem Mittagessen muss ich ihn dann doch ziehen lassen und gehe es in gemütlicherem Tempo mit Roger und Kurt an.
Am vorletzten Tag auf der 182 km-Etappe quäle ich mich alleine und gehe bzw. strampele die letzten 60 km auf dem Zahnfleisch. 5 km vor dem Ziel sehe ich einige hundert Meter hinter mir das blaue Trikot von Volker ansausen, er muss wohl heute irgendwo eine längere Pause eingelegt haben…
Der Ehrgeiz packt mich und ich trete wie ein Verrückter in die Pedale, doch er kommt immer näher. Mit letzter Kraft rette ich meinen knappen Vorsprung dann doch noch ins Ziel. Volker rollt locker ins Ziel und meint anerkennend „Starkes Finish“ und ergänzt dann aber noch: „… in 2 km hätte ich dich sowieso gehabt“.
So hat man dann doch auch im hinteren Fahrerfeld kleine Rennerlebnisse, selbst wenn man einige Stunden nach den echten Racern ankommt.

Die Mitstreiter

Michael: Lauscht abends mit seinem BBC Weltempfänger am Ohr stundenlang den Ergebnissen aus der  Premier League und fiebert mit seinem Team, dem FC Whatford, mit.
Din: Verkörpert die typische Frohnatur von Antje Pikantje, vermietet ihr Haus an der Nordseeküste (wobei sie gleichzeitig im Wohnwagen haust, der in ihrem Garten steht), legt unerwartete Gesangseinlagen beim Wäschewaschen auf dem Campingplatz ein und ist die Empathie in Person.
Roger: Hält die Fahne der Eidgenossen nach Huberts bedauerlichem Ausscheiden hoch, erfreut uns mit seinen Musik-quizzes von seinem I-phone sowie diversen Dia-shows und obendrein ist er ein idealer Sparring-Partner für Kurts literarische Ergüsse.
Anne (Äähn): Hat den liebenswertesten Kiwi-Akzent überhaupt und glänzt durch konstanten Optimismus, obwohl sie oft genug die rote Laterne des Fahrerfelds trägt.
Victor und Theo (alias Marc van Bommel) aus Nijmegen: Beide fahren auch „nur“ die Zambezi-Zone, haben ein ähnliches Tempo, sind abends beim Bier anzutreffen und somit ist es kein Wunder, dass wir uns schnell, den deutsch-niederländischen Fußballabgründen zum Trotz, anfreunden.

Mehr als wohnlich
Die Zeltplätze sind meist verhältnismäßig  gut ausgestattet: Dusche (teils nur 1 für 50 Leute), ab und zu ein Pool, Bar mit kaltem Bier, etc. Wie schon in vorherigen Schilderungen erwähnt  wurde, vermisste mein altes Pfadfinderherz etwas  die angekündigte Romantik der absoluten Wildnis.  Bald kam ich dann doch noch auf meine Kosten und meine früheren Reisegefährten wissen, was ich meine, wenn ich den Zeltkomfort mit folgenden Worten abschließend zusammenfasse: „mehr als wohnlich“.
Alles in allem waren es intensive zwei Wochen, dominiert von sportlicher Herausforderung, gespickt mit tollen Eindrücken und gekrönt von den beeindruckenden Viktoriafällen.

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