29.04.2013 auf dem Kalahari-Highway

Dienstag, 23.04. von Buitenpos nach Witvlei 162 km 441 HM

Buitenpos ist nur ein lausiger Grenzposten, an dem nicht einmal die aufsässigen Geldtauscher auftauchen. Unsere erste Stadt in Namibia ist Gobabis nach 109 km. Eine deutsche Bäckerei soll es hier geben. Gibt es aber nicht mehr. So gehen Roger, Volker und ich in den Sparmarkt mit einem ähnlichen Angebot. Ein Stück Schokoladentorte, einen Joghurt-Eistee und einen Kaffee ziehe ich mir rein. Und ich könnte noch endlos weiteressen und trinken. Aber wir müssen weiter und fahren jetzt auf dem Trans-Kalahari-Highway. Von der Kalahari-Wüste ist nicht allzu viel zu sehen. Es ist allerdings wieder heiß.

IMG_9361_1600x1200In Witvlei campen wir auf einem Grundstück der Gemeinde. Wie ein Bush camp, also ohne Duschen. Das letzte Bush camp bis Kapstadt, tröstet uns Ciaran. Also greife ich zur Fahrradflaschendusche: Ich fülle meine beiden Fahrradflaschen und verschwinde hinter den Büschen. In all den Wochen habe ich es gelernt, mit diesen 1,5 Litern eine Ganzkörperdusche, inklusive Haarwäsche durchzuführen.

Ich beobachte, wie Jay-Jay, unser Radmechaniker, und Yannez (er stellt sich in Kairo vor mit:’I’m the kitchen-bitch‘) ein Lagerfeuer vorbereiten. Nein, kein richtiges Lagerfeuer, es hat eher Menschengestalt. Beim Abendessen erfahre ich, dass das ein amerikanischer Brauch ist und ‚Burning Man‘ heißt. Bevor der gute Mann aber in Flammen aufgeht, werden ihm noch zahllose Zettel mit guten und bösen Wünschen zugesteckt. Es ist ein schönes Lagerfeuer, das mit Liedern und Gitarre spielen ausklingt.

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Mittwoch, 24.04. von Witvlei nach Windhoek 159 km 861 HM

Aha, wir kommen wieder in die Berge. Das Höhenprofil nimmt deutlich zu. Das ist mir aber egal; nur nicht mehr solch eine platte Langeweile wie in Botswana. Es ist nicht mehr weit bis in die namibische Hauptstadt, da sehen wir eine Art Zirkuszelt neben der Straße. Nein, es sieht eher aus wie ein spanischer Stierkampf. Zuschauer und Stiere sind vorhanden. Nur, wo ist der Torero?
IMG_9376_1400x1050Der steht oben auf einem Podest und schreit im Stakkato, bis sein Kopf rot anschwillt. Es ist eine Viehauktion, bei der die Viecher einzeln oder in Gruppen herein getrieben werden.

IMG_9377_1400x1050Roger und ich nehmen Platz. Der Auktionator bemerkt uns und fragt, ob wir Deutsche sind. ‚Schweizer und Deutsche‘ verbessert Roger. ‚OK, sagt der Auktionator, dann mache ich auf Deutsch weiter.‘ (Vorher war es Afrikaans) Jetzt rasselt er seine Zahlen in affenartiger Geschwindigkeit auf Deutsch runter. Am Ende klettert Roger noch für ein Erinnerungsfoto zu ihm hoch. Mit einem deutschsprachigen Farmer kommen wir ins Gespräch. Er wohnt in der dritten Generation hier und hat seine Wurzeln in Göttingen.
Auf dem Weg sehen wir noch eine afrikanische Version der Bremer Stadtmusikanten.

IMG_9379_1400x1050In Windhoek kommen wir an einem deutschen Friedhof vorbei. Die Gräber sind zum größten Teil aus dem 19.Jahrhundert und die Inschriften total interessant für uns. Roger:‘ Die dürfen aber lange hier ruhen. Die müssen doch irgendwann mal ausgeruht haben.‘

Donnerstag, 25.04. Restday in Windhoek

Ein ziemlich edler Schuppen ist unser Camp in Arebbusch. Schickes Restaurant mit WiFi-Empfang. Da brauche ich mich nicht mehr großartig wegbewegen. Nur, irgendwie habe ich nicht mehr das Gefühl, in Afrika zu sein. Allein die schwarzhäutige Bedienung erinnert noch daran.

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