Vorbereitung

Ausdauer für Afrika
Ab der Anmeldung zur Tour im Juni  stand jede Schwimm-, Lauf- und Radfahrsession  unter dem Motto“fit für Afrika“.
Frankreichtour:
So kam mir  unsere jährliche Sommertour mit den „Rad-Kumpels“ Reinhard Horst, Robert Korell und Werner Rüther gerade recht. Sie führte uns auf der ‚Route Napoléon’ von Genf nach Nizza einmal quer über die Alpen. Dass die Tour-de-France-Fahrer in Albertville unsere Nähe suchten, unterstreicht nur unsere ambitionierte Unternehmung.

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Triathlon in Zülpich:
Der Zülpicher Triathlon am 19. August, dem heißesten Wochenende des Jahres, war ein weiterer Termin der Vorbereitung auf Afrika schon wegen der Temperatur. Es war mein erster Triathlon, obwohl alle drei Ausdauersportarten zu meinen Lieblingen zählen. Interessant und gewöhnungsbedürftig war’s allemal, besonders die Hektik in den Wechselzonen. So waren Zeit und Ergebnis eher zweitrangig; wichtig war, dass ich durchgehalten habe –unter afrikanischen Bedingungen.
nach den Sommerferien:
Dann, Ende August, fand der Schulbeginn –zum ersten Mal nach 35 Jahren – ohne mich statt..
Eine ‚Depri’ oder einen Retrolook konnte ich mir nicht leisten, hatte ich doch ein Ziel vor Augen. So schwamm ich weiterhin morgens um 7 meine 1000meter im Schwimmbad. Nach dem frühstück und der obligatorischen Shisha gings aufs Fahrrad und im 40-70 km –Umkreis suchte ich mir Strecken aus, die ich vorher noch nicht kannte.
Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken des Fahrradsattels. So oder so ähnlich heißt es doch in dem Sprichwort. Und so empfand ich es auch, als ich im Spätsommer 2012 durchs schöne Weserbergland radelte, meine lieben Kollegen bei der Erledigung ihrer Schulpflichten wissend.
Mit dem Bus nach Abbeville und mit dem Fahrrad zurück
Dann, Ende September, begleitete ich meinen 31. Schüleraustausch nach Frankreich. Als ich bei der Abfahrt in Beverungen neben dem Koffer auch mein Fahrrad in den Bus einlud, staunten die Schüler und ihre Eltern nicht schlecht. Nach 3 Tagen Paris und weiteren 3 Tagen Abbeville hatte ich den Eindruck, dass die beiden begleitenden Lehrer Mine Saltan und Michael Urbaniak und, nicht zu vergessen Thommy Blum, alles total im Griff hatten und sie auch ohne mich zurechtkamen. Darauf schwang ich mich auf den Sattel und fuhr nach Boulogne sur Mer. Hier ist nicht nur die Heimat von Franck Ribéry, sondern hier beginnt auch der R1-Radweg, der weiter durch Belgien und Holland nach Höxter führt und nach weiteren läppischen 2500 km in Sankt Petersburg endet. Die 1000 km bis Höxter mußten als Aufwärmtraining erst mal reichen. Ich erreichte mein Ziel nach genau einer Woche. Sehr empfehlenswert ist der R1 besonders in Holland. Er führt zunächst entlang der Nordsee, dann ab Den Haag durch schöne Parklandschaften und süße Städte. Besonders zu erwähnen ist die Freundlichkeit der Menschen, die mit dem Image als Kaasköppe und spuckender Fußballer nichts gemein haben.
Biken auf Malle
Ende Oktober gings mit dem ebenfalls im glücklichen Rentnerstand befindlichen Radkumpel Reinhard Horst nach Malle. Wow, Radfahren bei noch 20°. Azyklisches Verhalten- davon hatte ich als Lehrer nur geträumt. Jetzt wohnten wir für wenig Geld 10 Tage lang in einem 4-Sterne-Touri-Bunker in El Arenal. 2 Rennräder wurden uns -wie bestellt- ins Hotel gebracht. Da wir für ihre Sicherheit verantwortlich waren, schleppten wir sie mit rauf in den 5. Stock- und morgens wieder runter. Ich saß zum ersten Mal in meinem Leben auf so einem Rennboliden und kam -wider Erwarten- gut damit zurecht. Geiles Gefühl- mit 40 km/h die Küstenstraße langzubrettern. OK, der Gegenwind auf dem Heimweg halbierte die Geschwindigkeit. Die meisten Touren hatte Reinhard schon auf seinem Garmin programmiert und die spulten wir auch ab. Sein Spruch: die 1 muss stehen (vor den beiden Nullen, versteht sich) war uns Motto und Ansporn für den Tag.  Ein Riesenproblem hatten wir allerdings. Die schlanken Sättel unserer Bolliden waren ganz und gar nicht ‘popoaffin’. So litten wir schon nach wenigen Tagen an einem Phänomen, das die Tour d’Afrique-Literatur als „saddle-sores“ beschreibt. Leider kann man dieses Phänomen nicht einfach aussitzen, jedenfalls nicht in so kurzer Zeit.
Also ließen wir es mit der 1 vor den beiden 00 bewenden und pflegten uns und unsere Wunden.

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Während der Weihnachtszeit:
Im Moment lädt dasWetter nicht gerade zu ausgedehnten Ausfahrten ein, auch wenn es frühlingshaft warm ist. Der Weserradweg ist landunter und die Straßenoberflächen sind glitschig. Letzten Dienstag war ich mit dem neuen Rad in Holzminden und Donnerstag in Gieselwerder. Beide Male kehrte ich bis oben mit Dreck zugespritzt zurück. Mein neuer Hobel hat nämlich keine Schutzbleche. Mögen sie für eine Afrikaexpedition entbehrlich sein, so erfüllen sie in unseren Breitengraden durchaus ihren Zweck. Reinhard Horst hat mir zum Heimtraining eine Rolle zur Verfügung gestellt; darauf habe ich mein Fahrrad montiert und ab geht die Post. Jeden Morgen vor dem Frühstück lege ich mir eine CD rein (z.B.die Rolling Stones), schwinge mich aufs Rad und fahre eine Stunde, gespickt mit einigen Intervallen auf der Stelle. Das muss im Moment reichen.

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Eine Antwort zu Vorbereitung

  1. Tim schreibt:

    Schöner Blog u tolles Abenteuer!

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